Saturday, August 04, 2007
DIE ZEIT: Der Mensch ist böse
Der große deutsche Maler und Mythologe Anselm Kiefer wird 60. Zeit für ein Gespräch über Gott und den Sinn des Lebens >>>
Von Klaus Dermutz (DIE ZEIT 03.03.2005 Nr.10)
Mehr: Anselm Kiefer und die Literatur
Wednesday, July 11, 2007
Tuesday, July 10, 2007
Monday, June 18, 2007
KOMPILATIONSFILM - GENRE DES DOKUMENTARFILMS
Kompilationsfilme sind nichts Neues in der Geschichte des Kinos. Die Pionierin war Esfir Schub mit Der Fall der Dynastie Romanov (1927). Neuere Beispiele sind Der gewöhnliche Faschismus von Michail Romm, Point of Order (1964) von Emile de Antonio über die McCarthy- Anhörungen und The Atomic Café, der vollständig aus Material erstellt wurde, das die US-Regierung erstellen ließ, um die Bevölkerung über atomare Strahlung 'aufzuklären'. Den Soldaten wurde z.B. erklärt, ihnen könne nichts passieren, selbst wenn sie verstrahlt würden, solange sie die Augen und den Mund geschlossen hielten. The Last Cigarette (1999) kombiniert Zeugenaussagen von Managern der amerikanischen Tabakindustrie mit Archivmaterial, das die Vorzüge des Rauchens anpreist.
Essayfilm
Eine Grenzform des nichtfiktionalen Films ist der Essayfilm. Die im Direct Cinema verbannte Off-Stimme kehrt zurückt, verliert aber ihren offiziösen, autoritären, pseudoobjektiven Charakter. Zu den wichtigen Essayfilmachern zählen Guy Debord, Chris Marker, Raoul Peck und Harun Farocki.
Mockumentary
Ein Mockumentary ist eine vorgetäuschte Dokumentation, die dem Zwecke der Unterhaltung dient oder die Menschen wachrütteln soll, damit sie nicht alles glauben, was in ihnen gezeigt wird.
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Dokumentarfilm
Wilhelm Busch: Der fröhliche Menschenfeind
Von Peter Rüedi (WELTWOCHE)
Wilhelm Busch ist eine Oase in der Lach-Wüste, die sich deutsche Literatur nennt. Selten sah einer den Menschen genauer. So genau, dass er am Schluss nur noch Landschaften malte. mehr...
Einzelgängerin des Geistes
Von Thomas Widmer (WELTWOCHE)
Ayn Rand wanderte aus der Sowjetunion in die USA aus und wurde als Philosophin und Romanautorin berühmt. Eine liberale Anarchistin, Gegenwartskritikerin und Polemikerin. mehr...
Kommerz mit Kunst EIGEN + ART steht für Kunst made in germany (dradio.de)
Harry Lybke gehört mit seiner Galerie EIGEN + ART zu den führenden Händlern für zeitgenössische Malerei in Deutschland. Viele, die heute in der modernen Malerei Rang und Namen haben, finden über Lybke den passenden Käufer. Ihm ist es höchst erfolgreich gelungen, Kunst mit Kommerz zu verbinden.
Deutschlandfunk • Firmenporträts • 15.6.2007
Monday, June 11, 2007
Krystian Woznicki Inseln im Netz
Von Nicht-Orten zu rückeroberten Ankerplätzen der Avantgarde
Mit der Verbreitung des Internet bekam die Utopie einen Ort im Cyberspace zugewiesen. Es galt diesen neuen Kontinent zu erkunden, zu vermessen und zu besiedeln. Wer dorthin aufbrach, träumte den Traum von einer besseren Welt. In den immateriellen Weiten würden sich neue Gesellschaftsmodelle testen und neue Lebensformen praktizieren lassen. Kapitalismus, Rassismus sowie alle anderen Übel der materiellen Welt würden überwunden werden. Der neue Kontinent stellte all dies in Aussicht. Und mehr noch: Er war nicht nur die perfekte Gegenwelt, sondern repräsentierte auch die nächste Weltordnung. Vernetzt, dezentral, hierarchielos. Ein neues Menschenbild lag diesem Traum selbstverständlich auch zu Grunde.
Mehr: http://www.eurozine.com/articles/2005-09-09-woznicki-de.html (Eurozine)
Sunday, April 22, 2007
Video zum kritischen Umgang mit der Kampagne des Untergangsszenarios der globalen Klimaerwärmung: http://video.google.com/videoplay?docid=3847439489158721459&q=global+warming+swindle+deutsch&hl=en.
Der Bericht wird als Propaganda entlarft, wobei der Film selbst auch gerade durch seine Plausibilität in der Argumentation bei einem so komplexen Thema auch gewisse populistische Züge aufzeigt. Wen soll man überhaupt glauben? Vor allem entsteht für den Rezipient die Schwierigkeit, bei solchen weitreichenden Folgen und der prognostizierten Abschätzungen sich ein Urteil zu bilden. Da greift die Medialisierung eben immer wieder zu kurz. Und meistens wird das auch gar nicht weiter bemerkt, oder?
Mehr dazu von Ulrich Speck: http://blog.zeit.de/kosmoblog/?p=825
Klimawandel. Ungleiches Risiko. Von Gideon Rachman, Financial Times Deutschland
Friday, April 13, 2007
Großbritannien - The Times
Anatole Kaletsky über die Harmlosigkeit unserer Zeit
"Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit war das Leben vorhersehbarer, sicherer und stabiler - zumindest für die große Minderheit der Menschen, die in den fortschrittlichen kapitalistischen Ländern Westeuropas, Nordamerikas oder Ostasiens leben," schreibt Anatole Kaletsky. "Verglichen mit den Umbrüchen des frühen 20. Jahrhunderts erscheinen die Herausforderungen, denen wir uns heute stellen müssen - ob als Familien und Individuen oder als Gesellschaften und Nationen -, geradezu lächerlich harmlos. Haben die Psychologen, die uns sagen, dass Unfallzeugen sofortiger therapeutischer Betreuung bedürfen, vergessen, dass es Holocaustüberlebende oder Kriegsgefangene in Burma gab?... Können Politiker aufrichtig in einem Atemzug von der Bedrohung früherer Generationen durch Kommunisten und Nazis und vom heutigen Terrorismus sprechen? Jeder, der solche Vergleiche macht, beleidigt unsere Intelligenz und unsere mutigen Vorfahren." (12.04.2007)
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » GlobalA
lle verfügbaren Texte von » Anatole Kaletsky
Österreich - Der Standard
Ilija Trojanow über die komplexe europäische Identität
Der aus Bulgarien stammende Schriftsteller Ilija Trojanow, der in vielen Ländern gelebt hat und zurzeit in Wien unterrichtet, wendet sich gegen die Gleichsetzung von EU und Europa: "Die EU maßt sich an, diese europäische Identität zu bilden, was absurd ist. Kein Mensch, der bei Trost ist, würde bezweifeln, dass beispielsweise die Ukraine Teil einer europäischen Identität ist. Gleichzeitig ist der Versuch, die europäische Tradition als eine christliche zu definieren, auch Humbug. Ein ganz banales Beispiel: Der westlichste Teil Europas, nämlich Spanien, war 800 Jahre lang nicht nur islamisch geprägt, sondern von einer ganz außergewöhnlichen Multikulturalität im positiven Sinne und von einer religiösen Toleranz, von der man heute nur träumen kann. Europa ist von seiner Identität her erheblich vielfältiger und komplexer, als die jetzige politische Diskussion es zulässt." (12.04.2007)
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Gesellschaft, » Geschichte, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » Ilija Trojanow, » Sebastian Fasthuber
Tuesday, March 06, 2007
Frank Hartmann 05.03.2007
Bücher werden online zugänglicher, doch sie sind weniger relevant als je zuvor. Mihai Nadin im Interview zu Fragen einer Überwindung der Werte der Schriftkultur
Ein Zeichen der Zeit? Seit wenigen Tagen erlaubt es der große amerikanische Verlag Random House, online in seinem Buchangebot zu stöbern und Seiten aus seinen Büchern in die eigene Homepage einzubinden. Immer mehr Verlage folgen dem "Search Inside"-Prinzip von Amazon; auch Google setzt seinen Plan, mehrere Millionen Bücher zum kostenlosen Download anzubieten, konsequent um. Handelt es sich dabei tatsächlich um eine Medienrevolution? Telepolis befragte dazu Mihai Nadin , einen unnachsichtigen Kritiker der Schriftkultur.
Mehr: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24779/1.html
Saturday, February 17, 2007
Castellano:
Loubes, Jean Paul: Arquitectura subterránea, aproximación a un habitat natural, Editorial Gustavo Gili, Barcelona 1985, 128 pag
Ingles:
* Living Underground: A History of Cave and Cliff Dwelling by D. R. C. Kempe, Hardcover: 256 pages ; Dimensions (in inches): 1.00 x 10.25 x 7.75, Publisher: New Amsterdam Books; (December 1989), ASIN: 0906969867 wenig technische Angaben zur Konstruktion enthalten (eher Geschichte und Antropologie)
* Marden, Luis and others. “Gypsy Cave Dwellers of Andalusia,” National Geographic (October 1957), 572-582.
[1968] 90 p. illus., map. 22 cm. Describes the Four Corners region where Utah, Colorado, Arizona, and New Mexico meet; tells how the cliff dwellings of Mesa Verde and the surrounding areas were discovered; and describes the life and culture of the cliff dwellers, examining their homes, ceremonial rooms and temples, as well as their customs and habits during the four seasons.
Cambridge Univ. Press ISBN 0-521-56422-0
Digging tunnels
Built by Hand: Vernacular Buildings Around the World by Authors: Eiko Komatsu , Athena Steen, Bill Steen, 2004, ISBN: 158685237X ,Hardcover
B&w Photographs, 30 Line Drawings, Bibliography, 192 pages, Published: November 1991, Longman Higher Education Division (a Pearson Education company) ISBN: 1854548379
An investigation of underground dwellings around the world, which explores the the technical factors, such as economy of construction and energy use, as well as the religious and symbolic influences. In no library of the world available, same in amazon and abebooks, priced new more than 130 $, what a bitch of a book! The thermal performance of vernacular underground dwellings University of Cambridge 1988 Shelfmark: D60313, PhD thesis (British library)
Annotated Bibliography on earth-sheltered structures and geotecture
Remark: tremendous source! Bibliography on “Underground architecture” of the Library of Congress
Alemán:
* Wisnewski ,Gerhard: Warum Menschen so gern in Höhlen wohnen, PM Peter Moosleitners
Magazin 4/2000, S. 92-99:
Zentralanatolien. Berlin: Reimer 1990. 170 S. mit Abbildungen und einem Faltplan. kart m.U.,
Koelner ethnologische Studien; Band 17. [Bauwesen/ Engineering/ Ethnologie/ Voelkerkunde/ Ethnology/ Vorderasien/ Orient/ Tuerkei/ ] Bestellnummer 79123 CHF 24.00 EUR 15.84
- Sulgen: Niggli, 1994. 136 S. : Ill.. - ISBN 3-7212-0282-1. (Text dt. u. engl.). Ein Grossteil der
Information und Bilder befindet sich auch auf seiner Internetseite
Determinanten, Höhlenwohnungen
Thursday, February 01, 2007

UN warnen in neuem Klima-Bericht vor Versiegen des Golfstroms (20.01.2007)
Berlin - Die Vereinten Nationen (UN) warnen in ihrem für Februar angekündigten neuen Klimabericht vor den Folgen eines versiegenden Golfstromes. Die UN nehmen dazu Erkenntnisse des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie in den Bericht des «Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen» auf, schreibt die «Welt am Sonntag».Die Umweltorganisation Greenpeace und der Dachverband der Europäischen Erneuerbaren Energien-Industrie (Erec) wollen nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» am Donnerstag einen globalen Masterplan zur Abwendung des drohenden Klimawandels präsentieren.
Die Forscher des Max-Planck-Instituts prognostizieren dem Bericht zufolge einen Rückgang der Strömung um 30 Prozent. «In der Konsequenz sind für einzelne Staaten massive Erschütterungen denkbar», sagte Jochen Marotzke, der Direktor des Hamburger Max-Planck-Instituts, zu dem Bericht des "Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen".
Obwohl es nahe liegen würde, dass es in Nordeuropa durch die reduzierte Kraft des Golfstromes kälter wird, werde es auch hier eher wärmer. «In Europa überlappen sich die Abkühlung durch die nachlassende Ozeanzirkulation und die durch den Ausstoß von Treibhausgasen hervorgerufene Erwärmung der Atmosphäre. Am Ende gewinnt die Erwärmung in einem Verhältnis von drei zu eins,» erläutert Marotzke.
Die Forscher des Max-Planck-Instituts haben berechnet, wie kalt es in Europa würde, wenn der Golfstrom um 30 Prozent zurückginge, andere Klimadaten aber gleich blieben. «Das würde im Schnitt eine Abkühlung um ein Grad bedeuten», sagte Marotzke. Tatsächlich aber sei in Deutschland bis zum Jahr 2100 mit einer durchschnittlichen Erwärmung um drei Grad Celsius zu rechnen.
«Wir erwarten, dass es im Jahr 2080 im Sommer kein Meereis mehr in der Arktis geben wird», sagt der Hamburger Klimaforscher. «Aber was passiert im Winter?» Heute würden die norwegischen Häfen durch warme Ozeanströmungen im Winter eisfrei gehalten, doch könnten sie im gesamten Winter zufrieren, wenn die warmen Strömungen ausbleiben. «Die Folgen für die norwegische Wirtschaft sind nicht auszudenken».
Das Bundesumweltministerium sieht die Erkenntnisse aus Hamburg mit Sorge. «Das ist ein weiteres, sehr ernst zu nehmendes Symptom des umfassenden Klimawandels», sagt der Parlamentarische Staatssekretär Michael Müller dem Blatt. Angesichts der Forschungsergebnisse müsse auch dem letzten Politiker klar werden, dass Klimaschutz jeden angehe.
In der 100 Seiten starken Machbarkeitsstudie «Energy (R)evolution», die das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie elf internationale Forschungsinstitute erarbeitet haben, heißt es dem «Spiegel» zufolge, das Weltklima sei noch zu retten, wenn Politik und Wirtschaft sofort handelten. Die Analyse soll am Donnerstag in Brüssel vorgestellt werden.
Dem globalen Masterplan zufolge könnte der Anstieg der Treibhausgase durch Energiesparmaßnahmen sowie die verstärkte Nutzung von Wind-, Wasser- und Sonnenkraft bis 2050 halbiert werden. Dadurch bleibe die Erderwärmung unter zwei Grad. «Deutschland als Weltmarktführer bei Wind- und Solartechnik würde besonders profitieren», sagte Sven Teske von Greenpeace dem Blatt, «die Milliardensubventionen für Kohle und Atomkraft gehören allerdings sofort gestrichen.»
Die Greenpeace-Erec-Studie kalkuliert eine Bevölkerungszunahme von derzeit 6,3 Milliarden auf 8,9 Milliarden Menschen sowie gängige Wirtschaftsprognosen ein. Der Vorsitzende des UNO-Ausschusses für Klimaveränderungen (IPCC), Rajendra Pachauri, lobt die neue Studie als «gut recherchierte» und «stimulierende» Analyse. Ohne Energiewende droht IPCC zufolge eine Erwärmung der Erde bis 2050 um bis zu 5,8 Grad.
Quelle Text: dpa
Grafik: Potsdam-Institut für Klimaforschung
Source: http://www.co2-handel.de/article311_4154.html
Mehr in dieser Rubrik » Klimawandel » Nachrichten
Storage of greenhouse gasses in Siberian peat moor (01.02.2007)
Erderwärmung zerstört Leben im Meer (01.02.2007)
BUND: Weltklimaforscher zeichnen dramatisches Szenario. IPCC-Bericht erfordert entschlossenes Handeln (01.02.2007)
Studie: Klimawandel verändert Strömung in bedeutenden Fischgründen (01.02.2007)
Neuer Klimareport mit besseren Daten und lauteren Warnungen (01.02.2007)
Klimawandel im Ozean (01.02.2007)
Unternehmen reduzieren Einsatz von klimawirksamen Stoffen (31.01.2007)
stern zeigt Klimaveränderungen auf (31.01.2007)
500 Klimaexperten beraten in Paris - Protest am Eiffelturm (29.01.2007)
UN-Klimareport lässt keinen Zweifel an Klimawandel (29.01.2007)
Umweltbundesamt: Neues Klimamodell zeigt Klimaerwärmung auf (29.01.2007)
Klimawandel soll Deutschland Mitte 2100 treffen (29.01.2007)
Klimaerwärmung beeinflusst Weinbau (26.01.2007)
SDW: Globaler Klimaschutz braucht entscheidenden Impuls (24.01.2007)
DWD erwartet Orkane wie Kyrill alle 10 bis 20 Jahre (22.01.2007)
>>> Deutsches Klimarechenzentrum
>>> Statusbericht Planet Erde
Friday, December 22, 2006
Die Grundidee von 1969 hat sich bis heute gehalten: Jeder Knoten ist für sich selbstständig und keine Organisation kontrolliert das Internet allein. Jeder, der die technischen Möglichkeiten besitzt, kann sich an das Internet anschließen. Regeln werden nach einer mehrheitlichen Übereinkunft aufgestellt, so daß niemand einzeln über Teile des Internet bestimmen kann. Wem bestimmte Regeln nicht gefallen, kann versuchen, genügend andere, gleichdenkende Mitstreiter zu finden und sich seinen eigenen Bereich mit eigenen Regeln zu schaffen. Es ist erstaunlich, daß sich eine derartig riesige Gemeinschaft selber organisiert hat, ohne in vollständiges Chaos auszubrechen. Jeder Betreiber eines Knotens ist allerdings selbst daran interessiert, seinen Rechner zu pflegen und Übereinkünfte im Netz zu wahren. Denn er will Nutzen aus dem Netz ziehen und vor allem nicht von allen anderen ignoriert werden. Somit ist der Erfolg des Internet vorprogrammiert.
Mehr: http://www.michaelkaul.de/Geschichte/geschichte.html
Thursday, November 23, 2006
Wie aber soll es jetzt weitergehen im Irak? 14 Strategen, Historiker, Politiker, Politologen und Journalisten wurden um ihre Meinung gebeten. Einige dürfen wir online lesen. Sie sind geprägt von Bitterkeit, Zynismus und Verzweiflung.
Andreas Kilb lässt noch einmal die bedeutendsten Filme Robert Altmans - vor allem "Nashville" und "Short Cuts" - Revue passieren und beschreibt Altmans "einzigartiges Talent": "Es liegt in der Kunst des Arrangements. Andere Filmregisseure haben gewaltige Räume geschaffen und ihr Licht in die Tiefen der menschlichen Seele gesenkt; Altman aber hat das Unzusammenhängende, Unvorhergesehene, Gleichzeitige und Zufällige ineinandergefügt. Er ist der Erfinder der filmischen Dissonanz, des Zusammenklangs der Wirklichkeitssplitter. Nicht zufällig galt Altmans leidenschaftliche Liebe neben dem Kino dem Pokerspiel und dem Jazz, beides Künste der Improvisation, des Bluffs, der Schlagfertigkeit." Auch Autor Ingo Schulze schickt eine Hommage auf die "Short Cuts" nach Raymond Carver.
Der Web-Meister
Von Simon Hage (www.manager-magazin.de)
Er ist der Vordenker des modernen Internets. Tim O'Reilly gestaltete die erste kommerzielle Webseite, er prägte den Begriff Web 2.0. Gegenüber manager-magazin.de verrät der Trendsetter, wie er die Welt verändern will, wie Computer menschlicher werden - und weshalb er einen Brief von Börsenguru Warren Buffett nicht beantwortete.
full text: http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,449911,00.html
Der Dschungelretter
Modekönig wird Naturschützer
Pumalin in Chile ist Douglas Tompkins' größter Park - das größte private Naturschutzgebiet der Welt, über 300.000 Hektar, eine Fläche, die deutlich größer ist als das Saarland. Ein so genannter "kalter Regenwald", kein Tropenklima, mit einer Durchschnittstemperatur von zehn Grad, das letzte große zusammenhängende Waldgebiet Chiles.
Es reicht von der Küste des Pazifischen Ozeans bis hinauf zu den Höhenzügen der Anden, und ist nur einer von Tompkins' Parks in Südamerika, in Chile und Argentinien. Er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, aufzukaufen, was von der Natur noch zu retten ist, um es unter Schutz zu stellen. Von ihrer Dschungelfarm "Renihue" in Chile aus managen Douglas Tompkins und seine Frau Kris das Naturimperium und versuchen es ständig zu vergrößern. Tompkins war ursprünglich ein erfolgreicher Businessman, gründete erst das Outdoor-Ausrüstungsunternehmen "The North Face", später den Modekonzern "Esprit". Bis er merkte, dass das Big Business nicht seine Welt ist und ihn eigentlich der Erhalt der Natur viel mehr interessierte.
Der Manager verkaufte 1990 seine Anteile für ca. 250 Millionen Dollar und kauft seitdem dafür Grundstücke in Argentinien und Chile. Sein ganz persönlicher Versuch, nicht nur die Natur, sondern die Welt zu retten. Nicht als radikaler Umweltschützer, sondern immer auch unter Einbeziehung der Menschen vor Ort. Viele Farmer, deren Geschäfte schon lange nicht mehr gut liefen, verkaufen gerne an ihn, weil sie zumeist hoch verschuldet sind und der Naturfan prompt und gut zahlt. So manche Rinderfarm wurde umfunktioniert. Statt Kühe zu züchten, werden Bäume aufgeforstet. Heimische Gewächse, rund 300.000 Exemplare, werden jedes Jahr in Tompkins' Naturreich verpflanzt und die ramponierte Wildnis wiederhergestellt. Eine Schafhaltung liefert Wolle, aus der Einheimische landestypische Kleidung stricken.
Die Parks sind nicht nur Naturschutzgebiet. Auf den alten Farmen versucht Tompkins ein Öko-Imperium aufzubauen, um so auch Arbeitsplätze zu schaffen. Früchte und Gemüse werden jetzt schon landesweit erfolgreich verkauft. Und trotzdem hat Tompkins Feinde. In Argentinien kämpft und intrigiert eine Lobby reicher Rinderzüchter gegen ihn. Sie befürchten massive Einbußen für ihre Geschäfte, weil sie dort, wo Tompkins die Natur unter Schutz stellt, keine Weideflächen mehr für ihre Tiere haben. So werden immer neue Gerüchte in den Umlauf gebracht, um den lästigen Naturschützer wieder loszuwerden - ein Agent der CIA sei er, der lediglich für die USA neue Stützpunkte schaffen solle. Anfeindungen, die zur Zeit sogar das Parlament in Buenos Aires beschäftigen.
Ein Film von Michael Stocks
Link: http://www.phoenix.de/der_dschungelretter/2006/11/24/0/107719.1.htm
Monday, November 20, 2006
Phoenix, Di, 21.11.06, 21.00 Uhr
Experten warnen: In wenigen Jahrzehnten schon ist mit einem Notstand bei den Energiereserven zu rechnen. Das Filmteam ist dabei, wenn Geologen und Ingenieure fieberhaft auf die Jagd nach den letzten Öl- und Gasvorkommen gehen und zeigt, wie in Deutschland mit enormem Aufwand Vorbereitungen für den Ernstfall getroffen werden.
Unter dem Meeresboden der Barentsee an einem der nördlichsten Punkte Europas wurde ein gigantisches Erdgasfeld entdeckt. Die Entdecker gaben ihm den märchenhaften Namen Snøhvit ("Schneewittchen"). Mit ungeheurem Aufwand wird diese Quelle jetzt erschlossen. Die klimatischen Bedingungen sind extrem, allein die Vorbereitungen zur ersten Bohrung sind ein technisches und logistisches Großprojekt. Die Verantwortlichen stehen unter enormem Druck. Es geht um acht Milliarden Euro Investitionskosten - und um die Zukunft der europäischen Energieversorgung. Ein riskanter Vorstoß in die Tiefe.
Zur gleichen Zeit werden fieberhaft mit neuester High-Tech bislang unbekannte Öl- und Gas-Lagerstätten in der ganzen Welt aufgespürt und mit neuartigen Methoden erschlossen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei eine abgesicherte Schaltzentrale in Nordhessen. Mit neuesten technischen Mitteln spähen von dort Spezialisten selbst entfernte Gegenden und bislang unerreichbare Energiereserven tief unter der Erde aus.
Selbst lange bevor die Energiereserven erschöpft sind, kann eine Krise irgendwo in der Welt auch bei uns zum Energienotstand führen. Millionen Menschen wären auf einmal von der Energieversorgung abgeschnitten. Ein Szenario, für das es in Deutschland besondere Vorbereitungen gibt: 180 Reservelager, die die Energieversorgung für neunzig Tage sichern sollen. Ein enormer logistischer Aufwand wird betrieben, um diese Lager in riesigen überirdischen Tanks und unterirdisch in Salzstöcken mit Öl und Gas zu füllen - als eiserne Reserve für das Überleben einer ganzen Nation.
Um jedoch langfristig gegen den Energienotstand gewappnet zu sein, scheint die Erschließung alternativer Energiequellen dringender denn je. Neueste Formen von Wellenkraftwerken bringen schon erste Erfolge. Was aus der Ferne aussieht wie ein gigantisches rotes U-Boot, könnte sich bald als größter Fortschritt in der Nutzung mariner Energie erweisen. Die Idee: Die Bewegung der Wellen in einem schwimmenden Kraftwerk aus aneinander gehängten Stahltanks direkt in Elektrizität zu verwandeln. Könnte diese Entwicklung die Stromerzeugung revolutionieren? Erste Erfolge gibt es bereits. Der Film zeigt, was Forscher und Ingenieure in manchmal waghalsigen Einsätzen unternehmen, um die Energieversorgung für die Zukunft zu sichern.
Film von Stephan Lamby, Dominic Egizzi und Michael Gries
Quelle: http://www.phoenix.de/abenteuer_wissen/2006/11/21/0/64860.1.htm
Friday, November 17, 2006
von Arno Widmann
Mein Schweizer Onkel pflegte auch in der Öffentlichkeit, in Restaurants, in Zügen, auf der Straße sehr laut zu sprechen. Er verteidigte diese Angewohnheit gegen die Einwände seines sich genierenden Sohnes: "Ich bin ein freier Bürger. Ich darf sagen, was ich will und wie ich es will. Ich habe nichts zu verbergen. Jeder kann es hören." Zunächst hatte ich nur den Stolz, das Knorrige darin bemerkt. Viele Jahre später - er war längst gestorben - erst erkannte ich, dass mein Onkel der Öffentlichkeit, den anderen Bürgern, das Recht zugestand, über ihn, seine Lage und seine Gedanken Bescheid zu wissen. Er redete frei, weil er unfrei war. Das Recht auf freie Meinungsäußerung war bei ihm zu einer Pflicht geworden.
Der Bürger hatte dem Bürger transparent zu sein. Jedes Haus ein Glashaus, jeder des anderen Tugendwächter. Das fällt mir ein bei der Lektüre der Beiträge in dem von Ineke Sluiter und Ralph M. Rosen herausgegebenen Band über "Free Speech in Classical Antiquity". Man wird davon ausgehen müssen, dass es schon in der Affenhorde einen Kampf darum gibt, wer etwas zu sagen hat.
Die Geschichte der Menschheit gar ist ganz wesentlich ein Kampf um das Rederecht. Man denke nur an das berühmte paulinische Schweigegebot für Frauen in der Kirche. Die Beiträge des umfangreichen Bandes beschäftigen sich mit einer Fülle von Einzelfragen ...
Die freie Meinungsäußerung entwickelt auch den Mut der Bürger. Sie sind, so Demosthenes 338 vor Christus, auch die Mutigeren im Kampf. Nicht nur, weil sie auf den Volksversammlungen gelernt haben, für sich und ihre Ansichten einzustehen. Sondern vor allem, und da erkenne ich meinen Onkel, den Schweizer Demokraten, als einen späten Nachfahren des Demosthenes, weil sie davon ausgehen müssen, dass jede Feigheit öffentlich gemacht werden wird. Ihre Angst davor, ihre Scham macht sie zu Helden. Wer, geführt von den Autoren dieses Bandes, die antiken Demokraten genauer liest, dem wird bald auffallen, dass sie dem demos, dem Volk, sehr viel Honig ums Maul schmieren. Man kann sich des Verdachts nicht erwehren, dass die so großartig klingende Demokratietheorie ganz wesentlich auch der Suggestion dient, der Verhexung der Massen. Man nimmt den Menschen ihre Urteilskraft, indem man sie lobt. Eine einfache, aber wohl ewig wirksame Methode.
"Free speech in classical antiquity". Edited by Ineke Sluiter & Ralph M. Rosen. Brill, Leiden 2004. 450 Seiten, 120 Euro. ISBN: 9004139257.
Quelle: http://www.perlentaucher.de/artikel/3457.html
Er ist alles mögliche, Eigenschaften beliebiger Art werden ihm zugesprochen, doch nur die Meßlatte im Sinne schneller, höher, weiter, geschicklicher ... Doch moralisch wird nicht gefragt, in manchen Kreisen ist er schlichtweg ein ..., na was wohl ... Was er besitzt ist eben ein Netzwerk, das keine digitalen Signale verknüpft, sondern dubiose Päckchen einem Empfänger liefert ... egal welchem ...
Douglas Farah und Stephen Braun begeben sich auf die Spur des russischen Waffenhändlers Viktor Bout, von dem seine Freunde sagen, er sei freundlich, klug und wohltätig. "Frühere Kollegen beschreiben ihn als Zusteller, in der Lage, jedes Paket an jeden Ort dieser Welt zu liefern. Noch keine vierzig, ist der russische Staatsbürger auch der berüchtigste Waffenhändler der Welt. Mehr als jeder andere nutzt er die Anarchie der Globalisierung, um seine - meist verbotene - Ware auf den Markt zu bringen. Er ist ein gefragter Mann, erwünscht von denen, die sich ein militärisches Arsenal zulegen wollen, gesucht von Strafverfolgungsbehörden. Waffenhändler haben lange die Dritte Welt mit AK-47, Panzerabwehrraketen und Warenlagern voller Munition und Landminen beliefert. Doch anders als seine Rivalen, die eher kleinere Reviere abstecken, werfen Bouts Flugzeuge ihre vielsagende militärgrüne Fracht ebenso über den Dschungelpisten des Kongos ab wie über den Landebahnen in Afghanistan. Er hat ein weltweites logistisches Netzwerk aufgebaut, wobei er durch ein Labyrinth von Vermittlern, Transportfirmen, Finanziers und Waffenherstellern manövriert, um vier Kontinente mit allem zu beliefern, was gebraucht wird: Schnittblumen, gefrorenes Geflügel, UN-Peacekeeper, Sturmgewehre und Boden-Luft-Raketen."
Die Musik des amerikanischen Komponisten Aaron Copland (die "Fanfare for the Common Man" als mp3) erinnert Allen Shawn an die Gemälde Edward Hoppers und die Lyrik Robert Lee Frosts. Einen neuen Band mit Briefen des Pioniers amerikanischer E-Musik empfiehlt er wärmstens - vor allem dem Künstlernachwuchs. "Die Briefe zeigen sehr eindrücklich, dass man etwas mit Hingabe tun kann, ohne seine Großmut und seine Zugehörigkeit zur Welt aufzugeben, dass man als Künstler nicht extra neurotisch werden muss, dass starke Überzeugungen diplomatisches Geschick nicht ausschließen, dass es möglich ist, wichtige Werke zu schaffen und dabei bescheiden zu bleiben. In Bezug auf letzteres rät Copland dem jungen Henry Brant: 'Ein freundlicher Rat: Legen Sie sich eine andere Verbeugung zu, Ihre jetzige ist nicht einfach genug.'"
(www.perlentaucher.de)
Wenn das alle so machen, wäre es spannender, überraschender, weniger langweilig, nicht so unendlich redundant, würde zum nachdenken anregen, vielleicht empfindsamer machen, würde provozieren, manches würde außer Kontrollen geraten ... Warum auch nicht? Die ewigen Besserwisser und Quotenfunktionäre müssten dann irendwann auch mal die Feder in die Hand nehmen und den Beweis erbringen, dass sie eben nicht viel zu sagen haben! Autoren an die Macht! Und wegen mir sollten sie auch profunde Wirtschaftskenntnisse haben, damit der billige Vorwurf der versponnenen Künstler eben nicht sitzt!°
Guter Vorschlag: Kein Mensch braucht Meinungsseiten und Leitartikel, findet Eric Alterman. "Würden viele Zeitungen nicht sofort viel besser werden, wenn sie ihren Kommentarteil rausschmeißen und die politische Bandbreite und das Fachwissen ihrer Kolumnisten erweitern würden? Ich würde sogar noch weiter gehen: Warum nicht dem Beispiel des allgemein bewunderten britischen (liberalen) Guardian und des (konservativen) Economist folgen und die ohnehin meist künstliche Trennung von 'Tatsachen' und 'Meinung' aufheben? Warum lassen wir Journalisten nicht einfach erzählen, was sie für wahr halten und inwiefern und warum sie das tun? Diese Lösung würde den spannendsten Teil der Blogosphäre übernehmen, ohne die entscheidende Funktion von Zeitungen in einer demokratischen Gesellschaft aufzuheben."

